Ein weiterer Beitrag aus der fast schon regelmäßig erscheinenden Reihe, die Gitarristen & Gitarristinnen vorstellt, die mehr als angenehm auffallen. In diesem Monat ist es der Rodgauer Gitarrist & Dozent Thomas Langer, ein Musiker der den Jazz aber auch den Rest der Welt kennt.

Name:Thomas Langer (32)

Bio: 1978 klassischer Gitarrenunterricht-erste Schüler-Bands; 1983 Privatunterricht, Jazz- und Fusionprojekte; 1986 Abitur, Unterricht bei John Schröder, Jazz-Workshop Burghausen, eigene Band “Bel Gravia"; 1990 Umzug nach Los Angeles, Unterrricht & Sessions bei/mit Scott Henderson, Joe Diorio, Don Mock, Jamie Findlay, Ted Greene u.a.; 1991 Abschluss mit “Honors", Auszeichnung “Outstanding stylist award 1991"; seit November 1992 Dozent an der Future Music School, Aschaffenburg; 1993 & Œ95 Studienaufenthalt in Manhattan, New York. Musikalischer Austausch mit Musikern vor Ort und Gastmusiker bei Konzerten u. a. mit Jeff Andrews und Mike Stern, Gasthörer an der New School of Music; 1997 Produktion der Debüt-CD 'Langer'; 1998 Produktion der zweiten CD 'Kalalak'

Discografie: Couleur Trois ­ Dreams Of Leaving (1986); Tengo Tengo ­ dto. (1990); The Fratermen ­ Spielerlaubnis (1993); Perception feat. Aki Takase ­ Another Perception Of Jazz (1993); Aurelio Calabro Projekt ­ Late Evening (1997); C-Block ­ Broken Wings & Keepin& It Real (1998); Square Circles ­ Of The Map (1999); V.A. ­ Adventures in Guitarland (1998); V.A. ­ GuitarTalk (1999)

Laster: ... fahre ich keinen, dafür liebe ich meinen Benz 240TD (Bj. '79); bin Nichtraucher, -trinker, No Drugs; keine 100%ige Toleranz gegenüber allen Stilistiken: Ich habe es noch nie geschafft, länger als 30 sec. eine Death-Metal-Platte anzuhören.

Einflüsse:
Haben sich in den letzten 20 Jahren permanent geändert. Angefangen mit Beatles, Dire Straits, Jimi Hendrix & Clapton; von '88 ­ '94 waren es Metheny, Eric Johnson, Scofield, Stern, Henderson, Joe Diorio; ab '94 etwa wurden andere Gitarristen als Einfluss nahezu unbedeutend. Dafür aber Bill Evans (p), Toots Thielemans, Frank Sinatra, Miles Davis ­ große Melodiespieler also.

CD Top 5: Dire Straits ­ Sultans of Swing; Pat Metheny Group ­ Travels; Joe Pass ­ Solo; Bill Evans ­ Sunday at The Village Vanguard; Miles Davis ­ Kind Of Blue

Equipment: Ich besitze 15 verschiedene Gitarren, Framus-Renegade und -Tennesse (Hauptinstrumente), Diablo-Custom, Tom Launhardt Steelstring, Armin Harnika Nylonstring, Ovation Collectors 1993, Zion Custom, Fender Strats von '67 und `90. Amps: Framus -Dragon Top & Cabinets, -Red Rogue, AER Acoustic Amp, Polytone, Fender Pro Reverb und Blues Deluxe. Effekte: Lexicon LXP 5, Intellifex OnLine, Boss CS3 Compressor, Ibanez Super Tube, Boss FC-50 MIDI-Contoller, Ernie Ball Volume Pedal, Cry Baby WahWah. Recording: Tascam DA 88 & DA 20 mk II, Mackie SR 24-4, Audio Technica Mic. 4033, Yamaha NS 10, EMU ESI 32 Sampler, Roland GR-50 Git.-Synth., SansAmp, Roland JV-80

Was unterscheidet dich von anderen Gitarristen?
Von Eddie van Halen: dass er reicher ist und schon ein paar Platten mehr gemacht und verkauft hat als ich. Von meinem Schüler Peter: dass ich vielleich ein paar Sachen etwas besser spielen kann als er.
Welche Eigenschaften sollte man haben, wenn man als Musiker (über)leben will?
Totales Engagement für alles, was man an Arbeit annimmt und sonst so musikalisch tut (Ob 3 Akkorde im Studio zur Dancefloor-Produktion spielen, Cover-Band, dezente Jazz-Begleitung zum Geburtstag der Millionärs-Gattin, oder mit der eigenen Band auf Tour sein). Natürlich gibt es Unterschiede- aber keine Musik ist es wert, das sie schlecht gespielt wird. Das müssen einem die Zuhörer und die eigene Selbstachtung wert sein. Informierst du dich über aktuelle Musik-Trends durch Magazine, Radio, Viva, MTV, Internet etc.?
Da ich seit 1990 regelmäßig auf der Musikmesse spiele und gelegentlich Musikzeitschriften lese bekomme ich neue Trends natürlich mit. Richtig wichtig sind mir Neuheiten nicht.
Gibt es Musikerkollegen, (bekannte oder unbekannte) die du besonders schätzt oder bewunderst? Wenn ja, warum?
Ich nenne keine Namen. In Deutschland wächst erfreulicherweise das Niveau an Musikern, die im internationalen Vergleich bestehen. Da der Markt immer noch sehr stark von den amerikanischen Kollegen eingenommen wird, müssen noch mehr deutsche Musiker her, die Profil und Eigenständigkeit beweisen. Wie arbeitest du an der Entwicklung deiner praktischen, wie an der deiner theoretischen Fähigkeiten?
Ich arbeite noch regelmäßig an meiner Technik, einfach um das Level auszubauen und zu halten. Zur Übung reharmonisiere ich Stücke.
Wie wichtig sind technische Neuheiten für dich?
Sie sind nur wichtig, wenn ich sie unmittelbar benötige um etwas spezielles umzussetzen, z. B. beim Einsatz eines Samplers für die Loops bei diversen Stücken meiner neuen Platte 'Kalalak'.

Wolltest du schon mal alles hinschmeißen?

Nein.
Was tust du, um fit und auf dem Boden zu bleiben? Klettern, Mountain-Bike, Skifahren. Privatleben mit meiner Frau Susanne und Tochter Luna (geb. 1999). Ich habe einen Freundeskreis ausserhalb der Musik. Gibt es einen anderen Beruf, der dich interessieren könnte?
Ich habe den Beruf, der wohl meinen Fähigkeiten am besten entspricht. Daher: Nein
Wie würdest du die Musik deiner aktuellen CD beschreiben? Die Musik bezeichne ich als akustische Bilder- Stimmungen, Sehnsüchte, persönliches Glück und Leidenschaft prägen die Kompositionen genauso wie die Liebe zum Gitarrespielen. Sie ist die Mischung aus all meinen Einflüssen der letzten 20 Jahren Gitarrespielen.
Welche beruflichen Pläne hast du für die nähere Zukunft?
Die dritte CD von Langer! Weiterhin live zu spielen und zu unterrichten, eine Buchveröffentlichung (z. B. Transkriptionen der beiden bisherigen CDs), als Gitarrist in erfolgreiche Rock/Pop-Band einzusteigen (Lage/Grönemeyer/Phil Collins) und ganz berühmt werden, hahaha! Außerdem geplant: Trio-Jazz- und Solo-Guitar-CD und Produzieren von anderen Künstlern. Bearbeitung: L.J. Eifel Fotos: L. Anger 

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